Expedition Aconcagua Januar 2014 (Teil 3)

GPSies - Aconcagua

"Abstieg"

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Gleich morgens merkten wir wie viel Glück wir gestern mit dem Wetter hatten. Es hat wieder die ganze Nacht geschneit und heute hätten wir definitiv keine Chance den Gipfel zu erreichen. Einige Gruppen haben es zwar versucht, mussten jedoch bald umkehren. Für die nächsten Tage sollte es auch nicht besser werden.

Zwar immer noch richtig fertig aber doch mit einer gewissen Zufriedenheit bauten wir unser Lager ab.

 

Die Zelte waren teilweise tief verschneit und die Verankerungen eingefroren.

 

Jetzt gibt es keine Versorgungsgänge mehr, alles muss auf einmal rein ...

 

Der Abstieg erfolgt über die Nordseite des Berges Richtung Plaza de Mulas. Hinter dem Camp Cólera gibt es eine kurze Kletterstelle die jedoch mit Seilen gesichert ist.

 

Ab dann geht es einfach nur noch gerade runter. Schade dass man nichts von den beiden Camps "Nido de Condores " und "Canada" sieht.

 

Dafür ist schon von weitem das Basecamp "Plaza de Mulas" zu sehen.

 

Endspurt. Auf dieser Seite des Berges ist schon deutlich mehr los. Das Lager hier ist um ein Vielfaches größere als Plaza Argentina.

 

Tagesziel erreicht, Plaza de Mulas auf 4200m. Heute gibt es endlich mal wieder ein anständiges Essen.

 

Hier der Camp Bereich von Inka Epediciones. 

 

Heute darf mal gefeiert werden.

 

Auch hier wieder ein Blick in das Küchenzelt.

 

Nach unserer letzten Nacht im Zelt wachten wir wieder bei strahlendem Sonnenschein auf. Die Sonne hing direkt über der Aconcagua Westwand. Der Eindruck täuscht jedoch, auch heute wäre nicht an einen Gipfelversuch zu denken, da der Wind in den höheren Lagen zu heftig ist. 

 

Gleich nach dem Frühstück meldeten wir uns am Check out ab und machten uns auf den Weg zurück in die Zivilisation. Heute stehen ja doch nochmal ca. 28Km auf dem Plan.

 

Abschied vom Basecamp.

 

Auf geht´s hinunter in das Horcones Tal.

 

Die umliegenden Berge sind immer noch tief verschneit.

 

Jeder der am Aconcagua war kennt "The Beach" und die meisten werden ihn sicherlich nicht in guter Erinnerung haben. Hier läuft man gut 3 Stunden durch eine steinige und trockene Wüstenlandschaft.

 

Zwischendrin hat man immer wieder eine herrliche Sicht auf den Aconcagua.

 

Am Lager "Confluencia" kommt man auch vorbei. Hier nächtigen die Bergsteiger die von dieser Seiter her aufsteigen.

 

Confluencia bedeutet Zusammenfluss. Hier fliessen der Obere- und Untere-Horcones zusammen in die Horcones-Schlucht. 

 

Nach einer kurzen Rast im Lager Confluencia auf 3200m geht es dann weiter in die Horcones Schlucht.

 

Die Mulis mit unserem Gepäck kommen auch schon.

 

Und dann haben wir es auch schon geschafft. Wir sind am Ausgang des Nationalparks. Hier ist der Stützpunkt von "Horacio". 

 

Am Abend verabschiedeten wir uns dann auch von unseren Guides Rodrigo und Julver die schon Ihre nächste Besteigung planten.

 

Auf dem weiteren Weg nach Chile erhaschten wir nochmal einen Blick auf die Aconcagua Südwand.

 

Ein tolles Bild zum Abschluss. Kaum zu glauben, dass wir da vor 3 Tagen oben noch gestanden sind. Anhand den Schneefahnen kann man deutlich erkennen wie heftig der Wind noch tobt. Wer weiß wann die nächste Besteigung möglich ist.

 

Und jetzt haben wir es auch noch schriftlich.

 Fazit:

Was noch vor 2 Jahren ein vager Gedanke war wurde jetzt Wirklichkeit, die Gipfelstürmer Axel und Hias haben nach dem Kilimandscharo Ihren zweiten Seven Summit erreicht. Ursprünglich war für 2014 eigentlich "nur" ein Sechstausender in Südamerika geplant. Da zu der angedachten Jahreszeit bei den Anbietern nichts anderes mehr frei war ausser genau die 2 Plätze bei der Aconcagua Tour blieb uns auch nichts anderes übrig. Wie schon eingangs beschrieben war die Vorbereitungszeit entsprechend kurz und umso glücklicher sind wir es geschafft zu haben.

Der Berg hat auf jeden Fall schon so seine Tücken durch das Wetter. Entscheidend ist auch wie der eigene Körper mit der Höhe umgehen kann. Schon beim Anmarsch ins Basecamp Plaza Argentina haben wir erlebt wie schnell der Trip vorbei sein kann. Eine andere Gruppe hat uns "mal schnell" überholt und sind viel zu schnell aufgestiegen. Im Camp war dann die Tour für einige von denen vorbei und sie mussten sogar mit dem Hubschrauber abgeholt werden. Dabei ist man hier gerade mal auf 4200m.

Auch die Eindrücke bei der Gipfeletappe bleiben uns sicherlich lange in Erinnerung. Einige Bersteiger waren absolut K.O., torkelten herum wie betrunken und mussten sich laufend übergeben. Wir sind richtig froh, dass an diesem Tag alle wieder heil heruntergekommen sind. Immer wieder hört man davon, dass es einige nicht mehr schaffen. Bei allem Ehrgeiz und Willenskraft die man aufbringen muss um den Gipfel zu erreichen, sollte man aber auch doch den Mut haben und rechtzeitig umkehren können.