Rofangebirge 5-Klettersteigetour Sept. 2014

Gipfel : Heidachstellwand (2192m), Rossköpfe (2246m), Seekarlspitze (2261m), Spieljoch (2236m),

           Hochiss (2299m), Gschöllkopf (2039m), Clesida (2080m)

Gipfelstürmer : Axel

Gast: Eyrinii

Link zur Tour :

GPSies - Rofangebirge 5-Klettersteige

Dieses Wochenende ging es mal wieder zum Gipfel sammeln. Die Rofanrunde mit ihren 5 Klettersteigen und zahlreichen Variationsmöglichkeiten versprach einen abwechslungsreichen Bergtag. Neben den Klettersteigen führen auch gut markierte Wanderwege bis auf die Gipfel der Runde (Ausnahme Rossköpfe, hier muss immer, zumindest ein klein wenig, geklettert werden). Entgegen der normalen Runde gegen den Uhrzeigersinn nahmen wir jedoch gleich den höchsten Gipfel des Rofan (Hochiss, 2299m) in Angriff und setzten den Weg im Uhrzeigersinn fort.

Los ging es mit der Seilbahn von Maurach am Achensee aus hinauf bis zur Erfurter Hütte (Ermäßigung mit DAV-Ausweis!). Der Andrang war groß, das Publikum sehr gemischt – also nichts wie raus aus der Gondel und schnell weg von den Massen. Zur Überraschung waren wir schon nach kurzer Zeit nahezu allein unterwegs, nur vereinzelt traf man noch kleine Grüppchen,

Auf dem Weg zum Hochiss gönnte ich mir noch einen kleinen Abstecher auf den Gschöllkopf, den man sonst links liegen lässt – doch so ging es schon nach 30min mit dem Gipfelsammeln los.

Der Weg führt dann entlang einer Steilstufe mässig ansteigend in Richtung Hochiss und nach ca. 45min erreicht man den Einstieg des Klettersteigs. Dieser beginnt links unterhalb des Gipfels (Wiese oberhalb der Felsen), führt über das erste Felsband, ein kurzes Stück Wiese weiter in die Gipfelwand. Der Fels ist hier sehr griffig und man kann fast den gesamten Steig im Fels klettern ohne das Seil oder Griffe bemühen zu müssen. Welch geniales Wetter, da dürfte der Steig ruhig etwas länger sein!

Hier geht’s also los….

… und  vor jedem Klettersteig informiert auch eine kleine Infotafel was einen erwartet.

Am Gipfel des Hochiss (2299m) war es dann leider etwas überlaufen, also nichts wie weiter zum nächsten Gipfel. 

Nach kurzem Abstieg geht es vorbei am Einstieg des Klettersteigs und die nächsten Gipfel liegen schon vor uns. Am Grat entlang zum Spieljoch, weiter zur Seekarlspitze und den Rossköpfen. Links neben der Seekarlspitze erkennt man auch noch die Rofanspitze, die ich bei meiner ersten Tour mit den Gipfelstürmern (damals noch als Gast) schon begangen habe.

Einige Steilstufen gilt es auf dem Weg zum Spieljoch zu überwinden und immer wieder sind auch ein paar Wiesen zu queren. Die Wiesen sind zum Teil ungesichert, was bei feuchter Witterung nicht unterschätzt werden sollte, wer nicht trittsicher ist sollte da lieber außen rum gehen.

Eine kleine Überraschung erlebt man dann am Spieljoch, hier gibt es kein Gipfelkreuz, dafür aber einen Gipfel-Gartenzwerg.


Nach kurzer Rast und kleinem Disput mit den Berdohlen, welche hier mehr als frech sind, ging es weiter zur Seekarlspitze. Der Normalweg führt direkt hinauf, wir querten jedoch zuerst rechts, dem Weg horizontal folgend, um dann von Nordosten her über den Klettersteig den Gipfel zu erreichen.

Zuerst geht es über einbe plattige Querung und ein paar Meter über Schotterbänder…

… zum kurzen Finale auf den Gipfel. Nach den mit Tritten gut gesicherten Metern folgt ein kurzes Stück ohne Steighilfen, das so manchen vor mir in Schwierigkeiten brachte. Der Fels ist jedoch sehr griffig und ich kann die Forderung nach einer Hochstufung der Schwierigkeit zu „D“ nicht nachvollziehen.


Ein kleines Kreuz auf der Seekarlspitze und ein herrlicher Blick in die nördlichen Steilwände des Rofan – und weiter geht es zu den Rossköpfen.


 

Der Steig an den Rossköpfen führt zuerst über ein Steilstück und dann weiter am Grat entlang zum Gipfel. Der Einstieg des Steigs kann hier sicher als Kriterium genommen werden, wer hier Probleme hat, sollte sich überlegen ob er diese Schwierigkeit länger klettern möchte.

Fast senkrecht geht es hinauf und immer wieder sind kleinere Schwierigkeiten zu überwinden.

Am Grat angekommen, dann noch ein paar Meter …


… und nach 20min (angegeben ist eine Stunde…) stehe ich am Gipfel der Rossköpfe. Der Abstieg zur Seekarlspitze hin ist ohne größere Schwierigkeiten und nach ca. 10 min ist man wieder auf dem alten Weg.


Als letzen Gipfel stand dann noch die Heidachstellwand auf dem Programm. Quer über die Wiese, einem schmalen Pfad folgend geht es zum Einstieg des Klettersteigs.

Nach kurzer Kletterei erreicht man den nördlichen Vorgipfel „Clesida“, und weiter geht es…

… über eine Seilbrücke und ein paar Höhenmeter im Klettersteig…

...und schon stehe ich am Gipfel der Heidachstellwand.


 

Ein toller Ausblick auf die bezwungenen Gipfel, Hochiss, Spieljoch, Seekarlspitze und Rossköpfe (von links nach rechts). 

Fazit:
Eine super Tour mit abwechslungsreichen, leider aber etwas kurzen Klettersteigen. Entgegen der befürchteten Menschenmassen war es angenehm ruhig und alle Klettersteige waren „staufrei“ zu begehen. Auch für den weniger kletterbegeisterten Bergfreund hat der Rofan einiges zu bieten, sind doch fast alle Gipfel ohne Kletterei zu erreichen. Neben den 5 Gipfeln der Klettersteigrunde bieten sich auch noch die Rofanspitze, der Sagzahn und das Sonnwendjoch als Tagestour an. Wer länger unterwegs sein möchte der kann auch eine Überschreitung bis zur Bayreuther Hütte, dortiger Übernachtung und auf anderem Weg zurück in Angriff nehmen.