Klettertour Schärtenspitze über Steinberg Juni 2014

Gipfel: Steinberg (Stoaberg) 2065m, Schärtenspitze 2153m
Bergführer: Wolfgang
Gipfelstürmer: Axel

Bei manchen dauert‘s eben länger bis zum ersten Mal – das erste Mal alpines Klettern
Schon lange haben wir geplant mal gemeinsam auf den Berg zu gehen, und noch länger hat es gedauert bis wir es endlich mal geschafft haben. Mein Freund und Studienkollege Wolfgang, Bergbuchautor, Reliefbauer, Bergführer, Hobbyastronom und und und … hatte endlich mal einen Tag Zeit und es sollte erst auf den Stoaberg und dann weiter auf die Schärtenspitze gehen.

 

Los ging es am Wanderparkplatz Hintersee in der Ramsau. Ein gut ausgebauter Weg führt bis hinauf zur Schärtenalm und weiter zur Blaueishütte (siehe hierzu auch unseren Bericht vom Juni 2012, Hochkalter und Schärtenspitze).  

 

Immer wieder bieten sich schon jetzt schöne Aussichtspunkte über die Berchtesgadener Alpen.



An der Schärtenalm zweigt dann ein schmaler Pfad links vom Weg ab (den zweiten Übersteig über den Zaun nehmen, der erste führt zur kleinen Hütte nebenan).

Bereits nach kurzer Zeit wird der Wald immer lichter und der Blick auf den noch verschneiten Watzmann wurde frei.

 

Auch unser erstes Etappenziel, der Stoaberg war schon in greifbarer Nähe, aber das ganze zieht sich doch ein wenig.

 

Vom Gipfel des Stoabergs bot sich ein tolles Panorama, von der Reiteralpe zum Hochkalter, dem Watzmann über den Schneibstein zum Hohen Brett und dem Höhen Göll (um nur einige markante Gipfel zu nennen).

 

 … der Watzmann in seiner vollen Größe…

 

… der Hochkalter, im Mittelgrund die Schärtenspitze, unser nächtes Ziel. Vom Stoaberg ging es dann erst einmal einige Höhenmeter bergab und dann wieder hinauf zum Grat und dem Einstieg zur Klettertour. Langsam wurde es spannend…

 

Hier müssen wir jetzt also rauf. Nachdem meine letzten Kletterversuche doch schon mindestens 12 Jahre zurückliegen (allerdings indoor an der Kletterwand, ich höre Wolfgang noch immer schreien „Axel! Reiß die Griffe nicht ab!“), gab es nochmal eine Einweisung in Knoten, Sicherungstechniken und Seilkommandos.

 

Und dann ging es auch schon los, Wolfgang im Vorstieg und ich hinterher! Eine schnelle erste Seillänge, eine etwas ungewohnte Querung in der zweiten und dann noch vier weitere Seillängen Kletterei bis zum III Grad ging es hinauf zum Gipfel.

 

Unsere Maskottchen mussten sich erst einmal etwas ausruhen…

 

… auch wir haben es uns noch ein wenig gemütlich gemacht und das herrliche Wetter genossen.

 

Jede Menge Schnee zierte noch den Hochkalter, eine willkommene Abwechslung zum heißen Pfingstwetter, im Tal waren es deutlich über 30 Grad.

 

Über den Normalweg ging es dann hinunter zur Blaueishütte. Ein letzter Blick zurück zur Schärtenspitze und schon ging es weiter zur Schärtenalm. Dort angekommen war erst einmal eine kleine Abkühlung nötig . Am nächsten Tag ging es dann noch weiter und abermals auf den Berchtesgadener Hochthron, der just an diesem Tag das Top-Thema in den Nachrichten wurde – Europas größte Höhlenrettungsaktion lief noch in den Abendstunden an.

 

Fazit:

Eine tolle (Kletter-)Tour die viele Varianten bietet. Auch ohne die Kletterei an der Schärtenspitze kommt man vom Stoaberg zur Blaueishütte und von dort aus auf den Hochkalter oder über den Normalweg auf die Schärtenspitze. Auch der Abstieg über die Eisbodenscharte bietet einiges an Abwechslung, sollte jedoch trittsicheren Berggehern vorbehalten bleiben.
Ganz herzlich möchte ich mich nochmal bei Wolfgang für das tolle Erlebnis und die hervorragende Verköstigung am Abend bedanken, denn kochen kann er auch noch ganz vorzüglich!