Berchtesgadener Alpen (kleine Reib´n) Juni 2013

Gipfel : Brettgabel 1805m / Hohes Brett 2338m / Jägerkreuz 2182m / Pfaffenkegel 1837m

            Schneibstein 2276m / Windschartenkopf 2211m

Gipfelstürmer : Axel / Andi

Gast : Manu

Hütten : Carl von Stahlhaus (1736m)

Link zur Tour :

GPSies - Tour kleine Reibn

 

Tourenbeschreibung :

1. Tag

Reichlich spät im Jahr 2013 ging es zur ersten Bergtour, eigentlich als Skitour ein paar Monate zuvor geplant, mussten wir diese dann nach Axel’s Kreuzbandriß als Sommertour nachholen. Die kleine Reibn ist wohl der Klassiker schlechthin im Berchtesgadener Land, hat man erst einmal den Wald verlassen hat man eindrucksvolle Blicke über Berchtesgaden, den Watzmann und bald später auch auf Höhen Göll, Tennengebirge, Hochkönig und die Gipfel des Steinernen Meeres. Zahlreiche Varianten führen hinauf zum Stahlhaus, wir haben uns für die etwas längere, dafür weniger frequentierte und, im Gegensatz zum Weg durch das Skigebiet, nicht aspahltierte Route entschieden.

 

Los ging es am Parkplatz Hinterbrand den wir bereits für unsere Tour auf den Höhen Göll 2012 genutzt haben. Anders als durchs Skigebiet Jenner hielten wir uns auf der großen Forststaße von der es nach ein paar Metern links abzweigt. Über einen kleinen Pfad geht es dann weiter und schnell wird der Blick auf die umliegenden Gipfel frei.

 

Vor uns das Skigebiet und der Jenner…

 

… und rechts der Watzmann. Die letzten Reste des sehr schneereichen Winters waren immer noch deutlich zu sehen, was wir später auch noch zu spüren bekommen sollten . Nachdem man den Wald verlassen hat geht es links Richtung Osten in direkter Linie über die Almwiese hinauf zur Brettgabel.

 

Angekommen an der Brettgabel gab es erst mal eine kleine Verschnaufpause und wir genossen das perfekte Wetter und den tollen Ausblick.

 

Nach Norden hin fällt es steil ins Berchtesgadener Land ab.

 

Der Weg führt dann weiter Richtung Süden am Grat entlang in Richtung Hohes Brett. Im Osten sieht man nun auch den Hohen Göll. Je näher wir uns dem Hohen Brett näherten umso weniger eindeutig wurde auch der Weg, die wenigen Markierungen waren noch unter Schneeresten versteckt und wir entschlossen uns den direkten Weg zum Gipfel quer über das Plateau zu nehmen. Immer wieder treffen wir hier jedoch auf kleinere und größere Einschnitte, ordentliche Mengen an Altschnee und unpassierbare Steilstellen die wir umgehen müssen. Der Normalweg über das Jägerkreuz ist wohl doch etwas einfacher.

 

Nach ein paar anstrengenden Metern haben wir es dann aber geschafft und stehen endlich auf dem Hohen Brett.

 

Der Abstieg Richtung Stahlhaus führt am Jägerkreuz vorbei in die steiler abfallende Südwand. Durch einen schmalen Kamin, welcher, sofern schneefrei keine Schwierigkeit darstellt, erreicht man eine kurze Querpassage und dann geht es über Serpentinen hinunter in flacheres Gelände. Der Kamin und das Steilstück war allerdings noch von Altschnee bedeckt und es war doch etwas Vorsicht geboten.

 

Im Stahlhaus angekommen stellten wir fest, dass wir nicht allein am Berg waren – der Hauptraum war voll und man quartierte uns mit einigen anderen Gästen in den Nebenraum aus. Draussen war es mittlerweile sehr ungemütlich, Regen- und Graupelschauer wechselten sich ab, aber auch im Nebenraum war es nicht viel besser. Nach zahllosen Versuchen der Wirtsleut die Heizung zum laufen zu bringen schaffte es Andi dann endlich und nach ein paar Stunden konnten wir von Tee auf gekühlte Getränke umsteigen

 

2. Tag

 

Der nächste Morgen begann dann ganz anders, blauer Himmel und Sonnenschein versprachen einen weiteren tollen Bergtag. Von der Hütte aus geht es direkt auf den Schneibstein.

 

Der weitläufige Gipfel bietet einen grandiosen Ausblick, selbst wer die kleine Reibn nicht vollständig gehen will sollte den Aufstieg hierher einplanen.

 

Der Blick nach Norden zurück zum Hohen Brett…

 

… nach Süden zum Hochkönig und ins Steinerne Meer. Klar gibt es hier noch viel mehr zu sehen, aber das sollte sich der geneigte Leser auf jeden Fall vor Ort ansehen!

 

Der Weg führt dann weiter Richtung Südosten und ist, da es sich ja eigentlich um eine Skitour handelt, auch bei den vorgefundenen Altschneefeldern leicht zu finden. Der Normalweg führt rechts vorbei am Windschartenkopf (Bildmitte), wir haben uns jedoch entschlossen auch hier nochmal einen kleinen Abstecher zu machen.

 

Als Gipfelstürmer kann man hier einfach nicht vorbei laufen….

 

Durch jede Menge Schnee ging es dann stetig bergab, Ski wären hier durchaus von Vorteil gewesen.

 

Die Landschaft und das Wetter waren einfach grandios und wir konnten den Abstieg bis zum Seeleinsee so richtig geniessen.

 

Am See angekommen geht es dann zurück Richtung Ausgangspunkt, von dem man allerdings noch weit entfernt ist. Zuerst geht es durch ein schmales Tal hinab in den Wald und dann ständig leicht bergab um den Jenner herum.

 

Der Weg wird kurz später zur gut ausgebauten Forststrasse und ist von dort an auch wieder von zahlreichen Tagesausflüglern gut besucht. Spätestens jetzt wurde uns allen klar, warum die kleine Reibn eigentlich eine Skitour ist, denn die letzten Meter ziehen sich ganz schön lang dahin und sind landschaftlich deutlich weniger reizvoll als der hinter uns liegende Teil.

Fazit:
Die kleine Reibn ist eine landschaftlich sehr reizvolle und abwechslungsreiche Tour die „Lust auf mehr“ macht. Allein der Blick auf die umliegenden Berge lässt einen schon die nächsten Bergwochenenden planen. Sicher werden wir diese auch als Skitour nochmal in Angriff nehmen. Auch wenn sich die letzten Meter etwas ziehen kann man diese Tour nur jedem empfehlen.
P.S.: Recht herzlichen Dank auch an Manu und Andi die sich nur knapp 2 Monate nach meiner Knie OP mit mir in die Berge getraut haben… Seid’s froh dass ihr mich nicht habt tragen müssen