Überquerung Aletschgletscher

Gipfelstürmer : Hias

Tourenbeschreibung :

Meine erste Bergtour in die Schweiz führt mich heuer ins Kanton Wallis zum grössten Gletscher der Alpen, dem Aletschgletscher. Mit einer Länge von ca 20km und einer Breite von ca 1,5km hat er schon beachtliche Ausmaße. Ursprung des Gletschers ist der Konkordiaplatz, wo 3 mächtige Firnströme (Jungfraufirn, Aletschfirn und das Ewigschneefeld) zusammenfliessen und somit den Aletsch bilden. Ein wirklich sehenswertes Naturschauspiel das auch seit 2001 Bestandteil des UNESCO - Weltnaturerbes Jungfrau -Aletsch-Bietschhorn ist.

Tag 1:

Ankunft in Fiesch nach einer fast 11 stündigen Anreise mit der Bahn.

 

Da es bereits später Nachmittag war fuhren wir mit der Eggishornbahn rauf zur Fiescheralp

 

Hier die Fiescheralp, eine sehr moderne und für den Ski- und Wander-Tourismus ausgebaute Alpe auf 2212m.

 

Tag 2:

Wie schon vom Wetterbericht angekündigt hat sich das Wetter nachts deutlich verschlechtert. Es gab viel Regen und das Gewitterrisiko stieg ständig. Als wir früh morgens losgingen klarte es zwischenzeitlich aber doch immer wieder auf.

 

Um zur Gletscherstube zu gelangen musste auch noch ein ca 1km langen alter Stollen durchquert werden. Mittlerweile wird dieser sogar schon elektrisch beleuchtet.

 

Hinter dem Tunnel sieht man auch schon die schöne Gletscherstube am Märjelensee auf 2363m

www.gletscherstube.ch

 

Nach einer kurzen Kaffeepause wollten wir gleich weiter zum Gletschereinstieg aber die ersten Gewitterwolken zogen rasch näher und zwangen uns nach einem ersten Blick auf den Aletschgletscher zurück zur Gletscherstube.

 

Gegen 11 Uhr hatten sich die schlimmsten Wolken verzogen und es regnete auch nicht mehr. Somit konnten wir dann endlich wieder los. Die Sicht Richtung Konkordiaplatz war jetzt auch wieder besser.

 

Also runter zum Gletscher und ran mit den Steigeisen.

 

Die riesigen Spalten sind hier schon sehr beeindruckend.

 

Entlang der Mittelmörane ging es dann Richtung Konkordiaplatz.

 

Reinfallen möcht ich da nicht ;-)

 

Langsam war auch die Konkordiahütte erkennbar. Wenn man bedenkt, dass der Gletscher früher bis knapp unter die Hütte reichte... Mittlerweile ist hier ein Höhenunterschied von ca 120m.

 

Hier unser Tagesziel, die Konkordiahütte auf 2850m

www.konkordiahuette.ch

 

In der Nacht tobte ein starker Sturm bei dem auch einiges an Neuschnee fiel. Die Windböen hielten auch noch bis in den Vormittag an. Eine Besteigung der Ebenenfluh (3960m) ist bei diesem Wetter definitiv nicht möglich. Somit sieht es für diese Tour sehr schlecht aus einen Gipfel mitzunehmen.

Als die schlimmsten Windböen vorüber waren und auch die Sicht wieder einigermaßen gut war starteten wir Richtung Hollandiahütte. Dem letzten Ziel unserer Tour.

 

Schweinekalt und windig wars aber trotzdem noch und wir packten uns dick ein :-)

 

Über die berühmte Eisenleiter mit 120 HM und 433 Stufen ging es wieder runter zum Gletscher.

 

Unten am Gletscher war es echt ungemütlich. Aber es machte trotzdem ne Menge Spass

 

Sieh da, auf halber Strecke kam zum ersten mal die Sonne raus. Zwar nur kurz aber es reichte um mir mein Gesicht aufzubrennen Frown Man sollte sich halt doch auch bei schlechtem Wetter eincremen...

 

Das nächste Etappenziel und auch der höchste Punkt (3235m) unserer Tour war erreicht. Jetzt aber gleich rein in die gute Stube und eine warme Suppe löffeln Laughing

www.hollandiahuette.ch

 

Am nächsten Morgen dann das allerbeste Wetter. Leider bleibt einfach keine Zeit mehr um nicht doch noch einen Gipfel zu versuchen. Zumindest zeigt sich der Aletschfirn und der Konkordiaplatz nochmal von seiner besten Seite.

 

Auch das Aletschhorn leuchtet gegenüber der Hütte.

 

Hier führt unser Weg weiter über den Langgletscher runter ins Lötschental.

 

Nochmal ein Blick zurück auf die Hollandiahütte und die Lötschelücke (Übergang zum Aletschfirn).

 

Nicht mehr weit und wir verlassen das ewige Eis.

 

Malerisch schön, die Fafleralp. Hier endet auch unsere Tour und wir fahren mit dem Postbus zurück nach Brig bzw. Fiesch.

 

Fazit:

Sehr schöne Gletscherwanderung. Absolut beeindruckend in welcher Größendimension dieser Gletscher Richtung Tal fliesst. Auf Bildern lässt es sich wirklich nur erahnen welche Entfernungen hier zurückgelegt werden müssen und zb. den Konkordiaplatz zu queren.

Leider hat aber das Wetter nicht ganz mitgespielt und der Gipfel der Ebenefluh blieb uns verwehrt. Ein Grund mehr nächstes Jahr wieder in die Schweiz zu kommen und es an einem anderen Berg zu versuchen. Cool